GLAUBENSBEKENNTNIS

oder
Eichungsspruch der Kirchengemeinde

´Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn.
Empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus gekreuzigt, gestorben und begraben.
Hinab gestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel.
Er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters. Von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben.
Amen.´
– Soweit, der Text, mit der notwendigen Aussparung.-
Das  Glaubensbekenntnis hat sich auf Gott zu beziehen, auf Jesus und den heiligen Geist –
also im Prinzip auf das Göttliche Wesen und seine verschiedenen Erscheinungsformen.
Die Kirche hat da überhaupt nichts zu suchen.

Im Zentrum des Christentums steht für mich Jesus. Er ist der große Wendepunkt, der Revoluzzer, der nicht nur uns  geändert hat, sein Umfeld – er hat noch was ganz anderes zu schaffen vermocht,
nur ein Kind kann das in der heiligen Manier: Er hat seinen Vater geändert.
Er hat GOTT geändert.
Aus dem rachsüchtigen, schroffen, herrischen Gott des alten Testaments, wurde der herzliche, vergebende Vater im Himmel.
Jesus hat mit keinem Wort Frauen diskriminiert, Schwule oder Lesben ausgegrenzt oder zur Keuschheit  bei Geistlichen aufgerufen.
Er hat den Sabbath nicht über das Leben gestellt, Prostituierte beschützt, Schwache gestärkt, zur Bescheidenheit gemahnt.
Eine der größten Tugenden, die er lehrte, ist die Barmherzigkeit. Nicht zu richten. Zu vergeben. Gnade walten zu lassen.
Ich werde nach 40 Jahren aus der Kirche austreten.
Seit meiner Geburt bin ich Kirchenmitglied der St. Katharinengemeinde zu Frankfurt.
Ich bin ein Kind der Ära des Pfarrerehepaares Schwöbel, die für mich der
Inbegriff des Christ-sein waren.
Unter Ihnen ist der Familiengottesdienst in der St.Katharinenkirche am Heiligen Abend zur einer Institution geworden.
Und es war ein Familiengottesdienst.
„Lasset die Kinder zu mir kommen, und wehret Ihnen nicht- denn ihnen ist das Himmelreich.“
Kleinkinder auch weinende, waren strikt erwünscht.
Mittlerweile ist es so, dass zu Beginn des Krippenspiels Eltern kleiner Wurschtel aufgefordert werden, die Kirche doch zu verlassen, sollten diese weinen. Damit sie die anderen Kinder nicht stören. So Pfarrerin Claudia Neffgen.
Ich spreche ihr ein für alle mal die Qualität ab, die Jesus über alle anderen gestellt hat, Liebe gegenüber den Schwächsten und Nächsten.
Und besonders bitter werde ich, wenn ich die Tatsache bedenke, dass sie als Protestantin meinem Vater, der am 28.10.2014 verstarb, die Trauerrede verweigerte, weil er als Katholik nicht in in der St.Katharinengemeinde sei.
Seine Kinder 42, 40, 37 Jahre in der St.Katharinengemeinde – er hat sie dort taufen lassen, konformieren lassen – und  es wäre auch der Ort, wo zumindest ich mir die Trauung vor Gott gewünscht hätte.
Es ist eine Schande, dass die vermeintlichen Protestanten so dogmatisch in Zeiten der,  so wie es nun scheint ,geheuchelten Ökumene ein armes Christenkind ohne kirchliche Begleitung in die letzte Ruhe lässt und auch den evangelischen Hinterbliebenden den Beistand versagt.
Die Übersetzung von Ökumene zeigt schon , dass es nicht um Einheit schaffen geht, zeigen den festen Willen, in einer Zeit der Kirchenschrumpfung Machterhalt und Schadensbegrenzung zu betreiben.
Ich schreibe Evangelisch und kann nur spotten über die „Frohe Botschaft“, dass Dir die Kirche, die sich im Glaubensbekenntnis anmaßend anpreisen und die Loyalität zusichern lässt,
dir Begleitung verspricht, vorausgesetzt Du bist Mitglied in der Kirche.
So schafft die Kirche sich ab –  herzlos, rückständig und gnadenlos. Und das ist gut so.
Jesus hat schon den Heiligen Tempel entrümpelt und die Priester verachtet. Und solche Handlungen hätte er bestimmt auch verurteilt.
Die erste Pfarrerin Leber hatte übrigens dienstfrei, wie man mitteilte.
Das sollte mir als Arzt mal einfallen, einem Patienten die notwendige Hilfe zu versagen, weil ich frei habe, der Patient ein Kassenpatient ist und ich nur Privatarzt bin – oder weil mir schlicht und ergreifend seine Nase nicht passt. Das wäre unterlassene Hilfeleistung, eine Strafttat.
Irrwitzigerweise sind diese Hüter der kirchlichen Moral vor keinem anderen Gericht zur Vorstellung gezwungen, als dem nicht vorhandenen oder unterentwickelten Gewissen und, so Gott will, einem „höherem Gericht“.
Seit 40 Jahren bin ich an jedem Heiligen Abend im Familiengottesdienst, nachdem ich vormittags mit meiner nunmehr fast 96-jährigen Großmutter die Familie auf dem Friedhof besuche. Mein Vater wird diesmal dort sein, es ist ein Albtraum.
Wer meinen Vater nicht will, will mich auch nicht. ER ist ICH und ICH bin ER.
Diese Gemeinde ist keine. Schon lange nicht mehr unter dem Jahr. Ausgrenzend am Heiligen Abend, Gnadenlos in der Trauerzeit.
Sie ist nichts als der Verbund von „patentierten Christen“ in der sogenannten „Leitung“.
Ekel erregend.
Ein Trauerspiel.
Alexander Hajtmanek

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