Das sich selbst so bezeichnende Volk der „Dichter und Denker“ ist vor die Hunde gekommen.
Lange sind die Zeiten vorbei, da geistige Eliten das Rampenlicht der Öffentlichkeit gesucht hätten, um uns an ihrem Hintergrundwissen und ihren Beobachtungen teilhaben zu lassen. Ihrem Aufklärungspotenzial steht das tiefe Bedürfnis nach Absonderung gegenüber.
Die großen Köpfe, die uns einst in der Welt haben berühmt werden lassen, derer sind wir uns in der Masse weder bewusst, noch fühlen wir uns in irgendeiner Form diesen Menschen gegenüber verpflichtet, das große Erbe weiter zu tragen.
Unsere Vorbilder sind heute die medialen Eintagsfliegen, die sich in ihrer mangelnden Diversität nur schwer vom Häuflein TV lösen können. Vielmehr passen sie sich immer geschickter den Bedürfnissen des breiten Publikums an und verwandeln sich in bakterienartiger Geschwindigkeit.
Der Gesetzgeber nimmt sich da nicht aus. Duckmäuserisch knickt er bei jeder Gelegenheit ein, wenn es gilt, Werte, die die Gesellschaft im Inneren zusammen hält, zu schützen.
Die Rechtschreibreform ist ein bezeichnendes Beispiel. Hier wurde sehr stark, der zunehmenden Sprachimpotenz entgegen gekommen und eine Orthografie gebilligt, die man nur noch als gruselig bezeichnen kann.
Während Länder wie Frankreich extra Institute zum Erhalt der französischen Sprache erschaffen und mit Reglements versuchen, dem voranschreitenden Verloddern des Französichen Einhalt zu gebieten, gehen wir in einem Geiste der Ignoranz und Pseudomodernität daran, Wörter derart zu entwurzeln, dass ihre Herkunft kaum noch zu erahnen ist.
Wir haben in den unseligen 30er und 40er Jahren des letzten Jahrhunderts mehr verloren als nur einen Krieg und eine Unschuld.
Es scheint uns aufgrund dieser zwölf Jahre Entmenschlichung nicht mehr möglich zu sein, die Werte, die uns als westliche Zivilisation bis vor dem zweiten Weltkrieg zusammenhielten und uns nach dem Krieg wie Phoenix aus der Asche haben aufsteigen lassen, stolz zu benennen.
Tatsache ist, dass Deutschland auf dem Felde der Diplomatie sich in jeder Hinsicht rückständig und unterlegen zeigt, insbesondere gegenüber den Engländern und Franzosen.
Das haben wir unserem ständigem Üben des Produzierens von Worthülsen und Sprechblasen zu verdanken, das tag täglich in der Politik betrieben wird und auch in unseren Alltag Einzug gehalten hat.
Die Sprache war das Bindeglied, die uns alle vereinte, die heute ein gemeinsamer Wert sein könnte mit allen Hinzugezogenen und Einwanderern.
Verlangt man von diesen das Erlernen der deutschen Sprache, nennt man das vorschnell „Zwangsgermanisierung“.
Ich nenne es Respektbekundung dem Land gegenüber, das mir in meiner Not beisteht, mir ein zuhause gibt und mir die Errungenschaften einer freiheitlich lebenden Gesellschaft zur Verfügung stellt.
Wir schämen uns offen für die deutschen Touristen, die lautstark krakeelend in südeuropäischen Ländern ihr „Deutschtum“ verbreiten?
Wir kritisieren Deutsche, die nach Spanien auswandern, kein Wort spanisch können, die Spanier eher von oben herab betrachten, sich absondern und nur wegen des milderen Klimas dort sind?
Wie einfach, wenn es gilt in die historische Kerbe reinzuschlagen. Das kommt an, dann sind wir moralisch ja so integer.
Das gleiche bei einem Einwanderer zu kritisieren, stellt uns durch eine gleichgeschaltete Politik und Gesellschaft sofort in eine Ecke.
Eine Ecke, aus der herauskommen zu dürfen, keiner in Europa behilflich ist.
Mit vorgehaltener Hand kritisieren wir Missstände in der Welt, insbesondere uns wirtschaftlich nahestehender Länder, mit gebeugten Körpern und demütig hängenden Häuptern.
Finanziell bringen wir uns überall ein, in der irrigen Annahme, uns damit ein gewisses Renommee erkaufen zu können, eine Bedeutung. Bis heute sind wir keine gewichtige, fest etablierte Größe im UNO-Sicherheitsrat.
Dieses Verhüllen von wahren Hintergedanken, dieses Ausweichen und Nebelbomben werfen, ist auch das, was in zunehmenden Massen die Medien verunreinigt.
Sie werden zum Beschreiber von Geräuschen degradiert, die die Amts- und Würdenträger im Versuch, sich dem Wähler gewogen zu erhalten, von sich geben.
Regieren nach dem Motto, dem „Volk auf´s Maul schauen“ , kann nicht die Devise sein, da kommt mittlerweile nur noch der von oben veranlasste Stuss raus. Kein Wunder.
Wo ist die Vorbildfunktion, wo sind die Idole, die uns im geistigen Sport antreiben?
Wo sind die Philosophen, die Meister des „Unter sich Bleibens“?
Die Philosophen, die stolz auf ihre Fragen sind. Tausende Fragen, die man nicht hört und ein paar Antworten, die nebensächlich sind.
Es wird Zeit, dass man im Land wieder sagt, was man meint – und meint, was man sagt.
Das wird zunächst sehr schmerzhaft, aber es bringt Heilung.
Alexander Hajtmanek 12.10.2014
Endlich Einer der ausspricht, was viele oder sogar die meisten denken. Die Realität erfordert Höchstleistung!
LikeLike