Der Lieblingspatient

Herein gestiefelt kommt gestresst,
der mündige Patient ins Zimmer.
Das freundliche Grüßen er gerne lässt.
doch keine Zeit – das hat er immer.
Im Glauben, dass er gesunden wollt´,
wird er gebeten, sich zu entkleiden,
das lässt sich leider nicht vermeiden.
Parfum zum Schutz ist schon geholt.
Unter die Nas´ gerieben hilft es sehr,
zu ertragen, was der and´re  schenkt.
Was manchmal einem dargeboten…
Du wünschtest ´s wär was ausgerenkt.
Du würdest einfach einmal Knacken
Und das Problem könnt sein gelöst.
Doch leider an den beiden Hacken
Ein froher Pilz so vor sich döst.
Da liegt nun dieses arme Wesen,
Du suchst verzweifelt nach Diagnosen,
die eine kannst du simpel lesen
in garnicht reinen Unterhosen.
Was hilft? Der professionelle Blick,
Du tust Dein Werk,die göttlich´ Tat.
Die Wirbelsäule hat einen Knick
Doch Schließmüskelchen hat kurz versagt.
Das Gelbe ist bestimmt ein Trug,
sowieso ist kaum etwas zu sehen,
denn´s  gibt mehr Haare als genug
die links und rechts daneben stehen.
Es ist schon wirklich allerhand,
welche Farb´Pracht  mancher präsentiert.
Und legt sich hin wie nichts gescheh´n
Und räkelt sich ganz ungeniert.
Doch will man in die Tiefe gehen
Und zu des Schmerzens´ Kern vordringen,
so fangen sie an mit Dir zu ringen,
sie hätt´n ja schließlich fern gesehen.
Da wurd´ gesagt, sie könn´s beschwören,
daß die Ärzte alle Schurken sind,
und wollen Diagnostik garnicht hören,
weil sie so krank ja niemals sind.
Allein aus monetärem Grunde
Und weil wir alle Gauner sei´n
Würd aus dem Flecken eine Wunde
Und aus dem Schmerzchen eine Pein.
Kein Bild, keine Spritz´, nicht  Medikament-
Ansonsten dürften wir alles unternehmen,
Dass er sein Marathon wieder rennt,
und wir uns nie mehr wiedersehen.
Da trottelst Du abends müd´ nach Heim´
So geht Dein Tag nunmehr zu Ende
Und freust Dich über eins dann doch,
über die reingewaschenen Hände.
Alexander Hajtmanek, 4.12.2014

HAMSTER

Im täglichem verbalen Hamsterrad marschierend,

hörst Du Dich tagein, tagaus dasselbe reden.

Ein blosses Reproduzieren, verändert und modifiziert nur für das Individuum, das sich mit neuerlicher, noch nicht absehbarer Angst, in Deine Hände begibt.

Deine Worte sollen Hoffnung geben, wo Du verzweifelst,

herunterspielend, wo übergrosse Angst unbegründet ist,

dabei

Gefahr laufend, dem Hysteriker seine Attraktion zu nehmen, die ihn, für eine gewisse Zeit, zu einem Zentrum seiner kleinen Welt hätte werden lassen sollen.

Dem Prominenten, der sich danach sehnt, mal wieder wie ein normaler Mensch behandelt zu werden, diesen Wunsch erfüllend, den anderen aber damit in seiner Eitelkeit zu stören, und in seiner Abgehobenheit zu ertappen.

Du kommst nach Hause –

hast die tiefsten Sorgen und Intimitäten fremder Menschen wie ein helfender Freund vernommen, mit all Deinem Können und Wissen zur Seite gestanden

– mit Deinem Herz –

und hast keine Kraft mehr, die Geduld aufzubringen, die Worte Deiner geliebten Menschen aufzunehmen. Die, die Dir wirklich am Herzen liegen, und denen Du am Herzen liegst.

Sie gehen manchmal – und Vieles bleibt ungesagt und Nochmehr ungehört.

 

Das Hamsterrad ist ein Einrad.

 

Alexander Hajtmanek , 3.12.2014

GEDANKEN ZUR LIEBE

„Liebe nie,
es sei Du kannst
ertragen alle Fehler dieses Manns.“
(Campion, Rat an ein Mädchen)

„Auch wenn weiblich´ Fehler in den Schoß ihr falle,
Schau ins Gesicht ihr – Du vergißt sie alle.“
(Pope, Der Lockenraub)

Wenn Du vergehst, Du löst Dich auf,
und WIR und UNS tritt an den Platz,
und mein und mich geht aus Dir raus,
das „Einsein“ ist dann der Ersatz.

Du im and´ren, der And´re in Dir,
lässt die Liebe aus sich strömen –
und mündet in dem neuen Wir,
zusammen-immer- lässt´s sich leben.

Ein Kuss, als wenn die beiden Seelen,
in den geliebten Menschen fliessen,
lieb´nde Herzen können nicht fehlen,
gemeinsam Höh´ und Tief´ geniessen.

Ein Blick in die Augen sagt Dir gleich,
was der Partner gerade fühlt,
dass der Partner Dir was verschweigt,
was den and´ren im Tiefsten berührt.

Jede Lüge in der Liebe glaubst Du gern,
die Liebe kann´s nicht zerstören,
die Wahrheit aber spürst Du doch,
kannst den Sinn in des Partners´ Flunkern hören.

Zum Lügen gehören manchmal zwei,
man kann einfach etwas nicht sagen,
der and´re verzweifelt und voller Angst –
vermag es nicht, liebend zu fragen.

Die wahre Liebe, ist wie ein Gespenst,
Du kannst gegen sie nicht angehen,
und was das Ähnlichste beider ist,

nur wenige haben sie gesehen.

 

Alexander Hajtmanek , 3.12.2014

FÜR DANIELA von Saschi

Schwarz, leer, Schatten.
In meinem Herzen ist es still.
Das Leben darf zu Ende gehen,
weil ich´s nicht mehr Leben will.

Ein Mann, der mich, meine Seele liebt,
der in mein tiefstes Herz einsieht,
ein bißchen Halt und Lieb´ wär schön –
am Horizont noch nicht zu seh´n.

Meine Tochter,die mein Leben ist,
die ich überalles liebe,
der wünsche ich, solange schon,
sie bekäm, was sie verdiene.

Ein Mensch, für sie einem Vater gleich,
und mir einen Partner von Wert,
das könnt´ uns eine Familie sein,
leicht und unbeschwert.

Mittem im Leben stehend,
aus schützender Bindung geworfen,
ist nun der kalte Wind wehend,
und mein Glück verdorben.

Mein Herz und mein ganzes Sein,
in tiefem Vertrauen gegeben –
muss ich dennoch, nach all der Zeit,
alleine weiter leben.

Mit meiner ganzen traurigen Zeit,
die ich in Lieb´ hab verwandelt,
hab ich mit Armen geöffnet weit,
mit dem Schicksal um Glück verhandelt.

Kann keiner meine Sehnsucht fühl´n,
und mich von Herzen lieben?
Das Schicksal hat mich allezeit,
durch tragische Weilen getrieben.

Eine Stütze nur, in Zeiten der Not,
im Trübsal eine starke Bank –
wird keiner mir das je erfüllen?
Ist das zuviel verlangt?

Wenn ich aus dieser Welt müsst gehen,
in die göttliche Hinein,
dann würd´ ich nicht mehr einsam sein,
ich ginge nicht allein.

Es schaudert mich vor dem Gefühl,
der Gedanken erstickt meine Seel´.
Doch was nütz es mir,was meinem KInd,
wenn ich mich nur noch quäl´?

Doch werd ich, los von letzter Last,
versuchen meinen Weg zu finden,
und werde ohne jede Hast,
mich meiner Geschichte entwinden.

Den Erfolg gönn ich meinen Pein´gern nicht,
dass sie mich auch in Zukunft lähmen,
meine Zuversicht in meine Kraft,
kann meine Wut auf sie zähmen.

D´rum folge mir, mein liebes Kind,
in die glückliche Zukunft hinein.
Und wir werden dann, so Gott es will,
bald wieder glücklich sein.


Alexander Hajtmanek 30.11.2014

DER LEBENSFUNKE

In Deinem Herz

da liegt der Sinn,

der Sinn, der Dich am Leben hält.

In Deinem Herz,

die Lieben drin,

die Menschen, die Du hast erwählt.

In Deinem Herz,

ist aller Schmerz,

den Du im Leben hast erworben.

Es tut so weh, Du bist am Boden,

Du wünschtest, Du seist nie geboren.

In Deinem Herz,

da steht die Waage,

die misst, wie es dann um Dich steht,

sie beantwortet Dir die große Frage,

wie es mit Dir weitergeht.

Das Loch, das der Verlust gerissen,

Dein Vater tot, der reinste Graus,

vom Atmen willst Du nichts mehr wissen,

der Wunsch zu leben fliesst hinaus.

Nichts scheint, Dein Herz Dir dann zu heilen,

Dein Hirn geht auf Entlastungsreise –

Der Trauer kannst du nicht enteilen,

von Tag zu Tag, die gleiche Weise.

So hängt denn nun an einer Seite,

an der Waag´ der Gram, den Du gesammelt,

Dein Blick der reicht nicht in die Weite,

die Seite ist wie zugerammelt.

Was kann denn nun, in Gottes Namen,

für Dich ein rechter Ausgleich sein,

all noch so schönes Ding muss lahmen,

wenn in Vergleich gezog´n hinein.

Da kommt durch diese schwarze Wand,

ein Lichstrahl an von irgendwo her,

es greift Dich eine heilige Hand,

Dein Herz ist plötzlich halb so schwer.

Nicht, dass es Dich gleich trösten vermag,

das wäre ja ein schöner Traum,

doch berührt´s Dein Herz von Tag zu Tag,

und ergreifet drin den ganzen Raum.

Der Schmerz wird dadurch leicht verdrängt,

dadurch gibt es Dir Platz zu atmen,

Deine Seele war so eingeengt,

Du konntest wirklich nicht länger warten.

Ein Blick in diese lieben Augen,

die so viel Vertrauen in Dich setzen,

die Hoffnung willst Du ihnen nicht rauben,

Du kannst sie einfach nicht verletzen.

Der Blick macht aus dem trauernden Sohn,

für dieses Geschöpf den starken Vater,

der in gemeinsamen Stunden schon,

scheint gestiegen bereits aus seinem Krater.

Vom Boden aus kommst Du nach oben,

wenn Du Dich an ihm empor dann ziehst,

und ziehst und ziehst und ziehst und ziehst,

bis Du dann endlich vor ihr kniest.

Deinen weiteren Weg setzt Du nicht fort,

einen Augenblick möchtest Du hier verweilen.

Du befindest Dich am richtigen Ort –

es fehlt ein Grund hinfort zu eilen.

Stehend ihr gewahr wärst Du gesunken –

auf die Knie´runter, hättest Du begonnen,

die Tränen wären Dir geronnen,

dort steht er da, Dein Lebensfunke.

Sie lacht Dich an, Dein Herz geht auf

Du spürst das Erwärmen Deiner Seele,

Ein Weiter in dem Lebenslauf,

in einem Aug´ stets eine Träne.

Alexander Hajtmanek

Mein Goldschatz

In Dir , mein liebes Kind, liegt ganz vereint,
mein Stolz, den ich für meinen Vater hege,
meiner Mutter zarte Gedankenwege,
meine gesamte Lieb´ und Eitelkeit.

Stolz wie ein Pfau, der sich mit seinen Federn brüstet,
seinen Wert damit aber nicht steigern kann,
fühlt mein Selbstwert sich durch Dein „Sein“ gerüstet,
als wenn deine Süße von mir, Deinem Vater, stamm´.

Oh, Nein! Kein Körper vermag zu fassen,
die Liebe, die Du allen hast gebracht,
Gerad´ ich kann den Gedanken lassen,
ich hätte dies Leuchten in Dir entfacht.

Ich sehe wie ein Hüter mich,
der auf die Flamme passet auf.
Stolz, mein Kind, behüte ich Dich,
doch Du allein nimmst deinen Lauf.

In allen möchte ich Dich begleiten,
sei Dir dessen gewiss und glaub mir das.
Deinen Weg allzeit will ich bereiten,
bis dass ich dann liege im kühlen Grab.

Jeder Samstag lässt mich neu Aufleben,
Dich abzuholen, ist – wie neu beseelt-
jeder Sonntag, lässt die Brust sich heben,
jeder Atemzug ist dann nur gequält.

Die Hoffnung auf ein bald´ges Wiedersehen,
lässt mich einjede Woche übersteh´n.
Meine Gedanken sind zuerst bei Dir,
Mein Blut fließt in Dir stets und Deins in mir.

Ich hasse den Herbst

Ich hasse den Herbst

Wunderschön fallen die farbenfrohen Blätter von den Bäumen und bedecken den grauen Asphalt.

Ihr bräunlich-gelblicher Ton wärmt den Blick auf die verkargende Landschaft.

Die Nester, gebaut in Hoffnung und Erwartung, verlassen von den gegründeten Familien, schmücken, für uns nun sichtbar, die Kronen der Bäume, die Ihre Kleider abwarfen.

Nebel legen sich wie sanfte Hände um scharfe Konturen und bereiten uns vor, auf die Jahreszeit des sichtbaren Hauch des Lebens.

Weiche Schauer im Wechsel mit energischen Tropfen weisen uns den Platz zu als Zuschauer der Naturgewalten.

Kalte Winde verkünden das Herannahen der Zeit der Beschaulichkeit, des Rückblicks, der Friedlichkeit.
Die Hüllen dicker werdend, die Schritte langsamer, bewegen sich die Menschen nach Wärme suchend – sich sehnend.

Ein alljährliches Schauspiel- unerbittlich sich wiederholend, quälend unverändert.

In Nichts äußert sich, dass für Dich die Welt stehen geblieben ist.

Die liebgewordenen Rituale werden zum Hohn, die turnusmäßigen Abläufe zeichnen die Ignoranz ab.

So bedecken die Blätter auch den, für Dich, heiligen Boden. Einen stickigen Mantel der Teilnahmslosigkeit.

Kalt und unerbittlich.

Alexander Hajtmanek

DER INNERE TOD

Du lebst und bist tot.

Dein Vor-Ich ist gestorben,

der Ast stirbt – der Stamm, die Wurzeln sind tot.

Dir fehlt der Halt,

Du hältst Dich durch die Blüten, die Deine Zweige treiben.

Sie nähren Dich, Du existierst für sie weiter.

Sie wissen nichts von Deinem Leid-

sie sollen nichts von Deinem Leid wissen.

Du wolltest sie nähren. Erhalten. Was immer auch kommt.

Sie sollten an Dir erwachsen. An Dir Halt finden, doch Deiner ist vergangen.

Du klammerst Dich an Deine Blüte, versuchst ein Stamm zu sein, Du versuchst, Wurzeln zu finden in der Erinnerung.

Auf dass die Blüte aufgehe, sich selbst erhalten vermöge.

Dann darfst Du sein, was Du bist.

Am Ende.

17.11.2014

Alexander Hajtmanek

Todesanzeige

RELIGIONSFREIHEIT
geboren 23.5.1949 – gestorben 28.10.2014
Nach fruchtbaren und „Segensreichen“ Leben, verstarb unser geliebtes 4. Grundrecht aufgrund politischer und strategischer Notwendigkeit und Vernunft.
Die Grundrechte bevor wir es besser wussten:
I. Die Grundrechte
Artikel 1
(1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.
(2) Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.
(3) Die nachfolgenden Grundrechte binden Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht.
Artikel 2
(1) Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.
(2) Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden.
Artikel 3
(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.
(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.
Artikel 4
(1) Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.
(2) Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.
(3) Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden. Das Nähere regelt ein Bundesgesetz.
Artikel 5
(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.
(2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.
(3) Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.

Im Grundgesetz sind die wesentlichen staatlichen System- und Werteentscheidungen festgelegt. Es steht im Rang über allen anderen deutschen Rechtsnormen.
—-
Ich möchte es mit diesem kleinen Auszug mit der Aufzählung unserer Artikel des Grundgesetzes bewenden lassen.
Bewusst stoppe ich bei dem Grundrecht auf freie Meinungsäußerung, läuft man ja in diesem Land mittlerweile eher Gefahr,beim Kundtun seiner Meinung anzuecken, als seine Religion mehr als leidenschaftlich zu verfolgen.

Die Religionsfreiheit ist ein problematisches Grundrecht, insbesondere in der Formulierung, wie es oben erwähnt ist.
Wenn es so wäre, dass alle Religionen sich soweit im persönlichen Raum abzuspielen hätten, wie uns der Raum zur Entfaltung unserer Persönlichkeit eingräumt wird, gäbe es kaum Probleme.
Artikel 5 (3) beschreibt etwas Besonderes:

(3) Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.

Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung. Das sind große Worte!

Warum steht das nicht bei der Religionsfreiheit?

Europa hat eine Aufklärung hinter sich gebracht, die die Notwendigkeit von Trennung von Staat und Kirche klar hervorhebt, und vermeintlich setzt der Gesetzgeber diese auch durch. Das kann er aber nicht, wenn er gleichzeitig die Religionsfreiheit bis zur Beugung höherer Grundrechte gewährleistet.
Wie kann es sein, dass der deutsche Staat, tatenlos zugucken muss oder guckt, wie in Moscheen Hass gepredigt wird – Salafisten, islamische Fundamentalisten, in unserer Mitte missionieren.

Wir haben ein Integrationsproblem mit all denjenigen, die in ihren Köpfen eine Aufklärung nicht durchgemacht haben.

Das Christentum hat eine düstere Geschichte hinter sich gebracht, in der irrigen oder vortäuschenden Annahme, dem Christentum, dem christlichen Gott, zu dienen.

Diese 700 jahre später gegründete Religion hat in vielen Regionen, die engen ethischen Schlingen der Aufklärung nicht durchkriechen müssen. So konnten sich viele Sichtweisen, Regeln und Moralvorstellungen in die Neuzeit retten, die den unsrigen diametral entgegen stehen.

Wir brauchen uns alle in Europa nicht als „der Entwicklung letzter Schluss“ betrachten und großspurig daher reden.
Auch bei uns hat es ewig gedauert, bis z.B. den Frauen das gleiche Recht eingeräumt wurde zu wählen, ihr Leben frei zu gestalten. Bis heute gibt es u.a. wirtschafltliche Unterschiede, die so erbärmliche Massnahmen wie eine Frauenquote notwendig erscheinen liess. Es gibt also noch viel zu tun.

Aber dass wir uns Menschen ins Land holen, die unsere Errungenschaften mit ihren fundamentlistischen, sexistischen und altbackenen Vorstellungen mit religiösen Häubchen unterminieren, muss engültig aufhören.

Sie dürfen einfach nicht unter eine Gesetzesdecke kriechen dürfen, die sie unangreifbar macht und die wir gewebt haben – ohne jede Vorstellung davon gehabt zu haben, was für eine Gesinnung mal in unser Land reinkommt.

Ich bin gespannt, wie lange es dauert, bis unser Verfassungsschutz + n-tv verklagt werden für die 4 Ms
Männlich
Muslimisch
Migrationshintergrund
Misserfog in Pubertät und Bildung.

Dies seien die Kennzeichen für einen prädestinierten Salafismus Zuläufer.
Per Anhalter in den Dschihad.
Raus aus dem „ein Nichts sein“ hin zum personifizierten Altvorderen (Übersetzung von Salafiya).

Sie wollen die Abschaffung der Demokratie und die Errichtung eines Gottesstaats.

Und da kann der deutsche Staat nichts tun?

Wo ist jetzt der Verfassungschutz, der bei so geistigen Einfaltspinseln wie den Nachkommen der PDS so schnell Gewehr bei Fuss steht?(Damit sind nicht die Auswanderer der SPD gemeint)

Muslimische Intellektuelle müssen um ihr Leben fürchten, wenn sie die gewaltbereiten Vertreter ihrer Religion benennen – nur die tun es wenigstens.

Aber wir halten „geschichtsbewusst “ die Schnauze, wenn es gilt, die Werte zu verteidigen, die wir hier nach Millionen von Toten endlich hoch halten, und wenn es gilt, diesen Intellektuellen beizustehen.

Deutsch heisst übrigens ethymologisch hergeleitet: zum Volk gehörig.

Ich will nie wieder hören, wieviele angeblich Deutsche in Syrien kämpfen, sterben etc., es sei dem, sie kämpfen für die Werte , die uns hier vereinen.

Wer für die Isis kämpft oder sympathisiert ,hat vielleicht mal einen deutschen Pass gehabt, aber ein Deutscher ist er nicht.

Der Glaube hat seinen Platz, wo er hingehört –  im Gläubigen selbst.

Insbesondere dann, wenn er sich nicht mit den anderen Glaubensrichtungen versöhnen und arrangieren kann.

Es sei nunmehr gut

 

„Deutschland, Deutschland über alles

Und im Unglück nun erst recht.

Nur im Unglück kann die Liebe

Zeigen ob sie stark und echt.

Und so soll es weiterklingen

Von Geschlechte zu Geschlecht:

Deutschland, Deutschland über alles

Und im Unglück nun erst recht.“

Die unbekannte 4. Strophe des Deutschlandliedes schrieb Albert Matthai 1921, kurz nachdem der Versailler Vertrag in Kraft trat.

Wenn man sich die Texte und Inhalte der Staatshymnen der Welt ansieht, so gibt es nicht wenige Hymnen, die vorübergehend ihrer Funktion nicht nach kommen durften quasi ausgesetzt waren und nicht wenige, die von einem politischen und kriegerischen Geschehen handeln, das mit der heutigen Situation der entsprechenden Länder nichts merhr zu tun hat. Warum werden sie dennoch als Repräsentationslieder herangezogen und bewahrt?

Weil sie Geschichte sind, historisch bedeutsam und unsere ist es auch.

Da sitzt ein Mann auf einer kleinen Insel, und betrachtet sich einen zusammengekleisterten deutschen Staatenteppich, der in Gefahr ist, abermals zum Spielball der Großmächte Europas zu werden, wie es schon so oft der Fall war.

Er schreibt einen Text,einen Therapieplan, eine schriftliche Impfung wie ein Psychotherapeut für einen unselbstbewussten aber wertvollen Patienten, dem bei nicht Änderung der Lebensweise der Exitus letalis droht.

Er versucht den Patienten aufzurichten, sich seiner selbst wieder bewusst werden zu lassen, ihn zu wappnen für den Kampf gegen den Feind der eigenen Unversehrtheit und schreibt die Worte:

Und jetzt geht es nur um Dich. Nicht um den oder den anderen, sondern nur um Dich.

Kümmer Dich um Dich! Nichts ist jetzt wichtiger auf der Welt.

„Deutschland, Deutschland über alles, über alles in der Welt.“

Jetzt, wo es darauf ankommt, wo Ihr alle einzelne Teppichflicken in Gefahr seid – spätestens jetzt müsst ihr geschlossen sein.

„Wenn es stets zu Schutz und Trutze, brüderlich zusammen hält.“

Vergessen wir mal die geographischen Stecken, die in der ersten Strophe das Land umfassten. Die Ausdehnung unseres Landes hat sich verändert – und da findet sich im Lande der Dichter und Denker kein schlauer Kopf, der einen Zweizeiler erdenkt, der sich dazwischen setzen ließe?

Die zweite Strophe ist gänzlich unverfänglich, oder ist es der Ode an die Frauen etwa zu viel?

Es war Deutschland, außer in der amerikanischen Besatzungszone, nicht verboten worden, seine Hymne ordnungsgemäß am Anfang beginnend zu singen. Ab 1949 war es sogar nirgendwo mehr in Deutschland verboten.

Das haben wir uns selbst auferlegt. Es ist einfach lächerlich.

Am 11.August 1922 von Reichspräsident Friedrich Ebert als Deutsche Nationalhymne proklamiert, einen Sozialdemokraten, wird sie auch von den Nationalsozialisten benutzt. Ist sie dadurch des Teufels?

Wir können uns nicht reinwaschen oder weniger schuldig fühlen, in dem wir unsere Identität und Relikte einfach innerlich abdunkeln. Zu unserer Geschichte zu stehen, die nicht nur aus zwölf Jahren besteht, und zu lernen, bedeutet auch, im pathologischem Dauerbuße-Zwang, nicht alles auslandsgefällig abzutun, was unser Land ausmacht. Ein totalitärer Staat reisst sich alles von Bedeutung unter den Nagel, missbraucht es und beutet es aus.

Ist alles was ein totalitärer Staat gebraucht, dadurch per se schlecht?

Das ist Paranoia in ihrer ursprünglichsten Bedeutung: Wider dem Verstand.

Deutschland ist ein Land der Sprachpsychopathen und Sprachneurotikern.

Mit Hoffmann von Fallersleben selbst vorgeschlagenem Alternativsatz zu

„Blüh´ im Glanze dieses Glückes, blühe deutsches Vaterland“

nämlich „Stoßet an und ruft einstimmig: Hoch das deutsche Vaterland!“

liesse es sich für mich auch gut leben, dann könnte ich die Textkastration besser ertragen.