HAMSTER

Im täglichem verbalen Hamsterrad marschierend,

hörst Du Dich tagein, tagaus dasselbe reden.

Ein blosses Reproduzieren, verändert und modifiziert nur für das Individuum, das sich mit neuerlicher, noch nicht absehbarer Angst, in Deine Hände begibt.

Deine Worte sollen Hoffnung geben, wo Du verzweifelst,

herunterspielend, wo übergrosse Angst unbegründet ist,

dabei

Gefahr laufend, dem Hysteriker seine Attraktion zu nehmen, die ihn, für eine gewisse Zeit, zu einem Zentrum seiner kleinen Welt hätte werden lassen sollen.

Dem Prominenten, der sich danach sehnt, mal wieder wie ein normaler Mensch behandelt zu werden, diesen Wunsch erfüllend, den anderen aber damit in seiner Eitelkeit zu stören, und in seiner Abgehobenheit zu ertappen.

Du kommst nach Hause –

hast die tiefsten Sorgen und Intimitäten fremder Menschen wie ein helfender Freund vernommen, mit all Deinem Können und Wissen zur Seite gestanden

– mit Deinem Herz –

und hast keine Kraft mehr, die Geduld aufzubringen, die Worte Deiner geliebten Menschen aufzunehmen. Die, die Dir wirklich am Herzen liegen, und denen Du am Herzen liegst.

Sie gehen manchmal – und Vieles bleibt ungesagt und Nochmehr ungehört.

 

Das Hamsterrad ist ein Einrad.

 

Alexander Hajtmanek , 3.12.2014

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