Der Lieblingspatient

Herein gestiefelt kommt gestresst,
der mündige Patient ins Zimmer.
Das freundliche Grüßen er gerne lässt.
doch keine Zeit – das hat er immer.
Im Glauben, dass er gesunden wollt´,
wird er gebeten, sich zu entkleiden,
das lässt sich leider nicht vermeiden.
Parfum zum Schutz ist schon geholt.
Unter die Nas´ gerieben hilft es sehr,
zu ertragen, was der and´re  schenkt.
Was manchmal einem dargeboten…
Du wünschtest ´s wär was ausgerenkt.
Du würdest einfach einmal Knacken
Und das Problem könnt sein gelöst.
Doch leider an den beiden Hacken
Ein froher Pilz so vor sich döst.
Da liegt nun dieses arme Wesen,
Du suchst verzweifelt nach Diagnosen,
die eine kannst du simpel lesen
in garnicht reinen Unterhosen.
Was hilft? Der professionelle Blick,
Du tust Dein Werk,die göttlich´ Tat.
Die Wirbelsäule hat einen Knick
Doch Schließmüskelchen hat kurz versagt.
Das Gelbe ist bestimmt ein Trug,
sowieso ist kaum etwas zu sehen,
denn´s  gibt mehr Haare als genug
die links und rechts daneben stehen.
Es ist schon wirklich allerhand,
welche Farb´Pracht  mancher präsentiert.
Und legt sich hin wie nichts gescheh´n
Und räkelt sich ganz ungeniert.
Doch will man in die Tiefe gehen
Und zu des Schmerzens´ Kern vordringen,
so fangen sie an mit Dir zu ringen,
sie hätt´n ja schließlich fern gesehen.
Da wurd´ gesagt, sie könn´s beschwören,
daß die Ärzte alle Schurken sind,
und wollen Diagnostik garnicht hören,
weil sie so krank ja niemals sind.
Allein aus monetärem Grunde
Und weil wir alle Gauner sei´n
Würd aus dem Flecken eine Wunde
Und aus dem Schmerzchen eine Pein.
Kein Bild, keine Spritz´, nicht  Medikament-
Ansonsten dürften wir alles unternehmen,
Dass er sein Marathon wieder rennt,
und wir uns nie mehr wiedersehen.
Da trottelst Du abends müd´ nach Heim´
So geht Dein Tag nunmehr zu Ende
Und freust Dich über eins dann doch,
über die reingewaschenen Hände.
Alexander Hajtmanek, 4.12.2014

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