DER LEBENSFUNKE

In Deinem Herz

da liegt der Sinn,

der Sinn, der Dich am Leben hält.

In Deinem Herz,

die Lieben drin,

die Menschen, die Du hast erwählt.

In Deinem Herz,

ist aller Schmerz,

den Du im Leben hast erworben.

Es tut so weh, Du bist am Boden,

Du wünschtest, Du seist nie geboren.

In Deinem Herz,

da steht die Waage,

die misst, wie es dann um Dich steht,

sie beantwortet Dir die große Frage,

wie es mit Dir weitergeht.

Das Loch, das der Verlust gerissen,

Dein Vater tot, der reinste Graus,

vom Atmen willst Du nichts mehr wissen,

der Wunsch zu leben fliesst hinaus.

Nichts scheint, Dein Herz Dir dann zu heilen,

Dein Hirn geht auf Entlastungsreise –

Der Trauer kannst du nicht enteilen,

von Tag zu Tag, die gleiche Weise.

So hängt denn nun an einer Seite,

an der Waag´ der Gram, den Du gesammelt,

Dein Blick der reicht nicht in die Weite,

die Seite ist wie zugerammelt.

Was kann denn nun, in Gottes Namen,

für Dich ein rechter Ausgleich sein,

all noch so schönes Ding muss lahmen,

wenn in Vergleich gezog´n hinein.

Da kommt durch diese schwarze Wand,

ein Lichstrahl an von irgendwo her,

es greift Dich eine heilige Hand,

Dein Herz ist plötzlich halb so schwer.

Nicht, dass es Dich gleich trösten vermag,

das wäre ja ein schöner Traum,

doch berührt´s Dein Herz von Tag zu Tag,

und ergreifet drin den ganzen Raum.

Der Schmerz wird dadurch leicht verdrängt,

dadurch gibt es Dir Platz zu atmen,

Deine Seele war so eingeengt,

Du konntest wirklich nicht länger warten.

Ein Blick in diese lieben Augen,

die so viel Vertrauen in Dich setzen,

die Hoffnung willst Du ihnen nicht rauben,

Du kannst sie einfach nicht verletzen.

Der Blick macht aus dem trauernden Sohn,

für dieses Geschöpf den starken Vater,

der in gemeinsamen Stunden schon,

scheint gestiegen bereits aus seinem Krater.

Vom Boden aus kommst Du nach oben,

wenn Du Dich an ihm empor dann ziehst,

und ziehst und ziehst und ziehst und ziehst,

bis Du dann endlich vor ihr kniest.

Deinen weiteren Weg setzt Du nicht fort,

einen Augenblick möchtest Du hier verweilen.

Du befindest Dich am richtigen Ort –

es fehlt ein Grund hinfort zu eilen.

Stehend ihr gewahr wärst Du gesunken –

auf die Knie´runter, hättest Du begonnen,

die Tränen wären Dir geronnen,

dort steht er da, Dein Lebensfunke.

Sie lacht Dich an, Dein Herz geht auf

Du spürst das Erwärmen Deiner Seele,

Ein Weiter in dem Lebenslauf,

in einem Aug´ stets eine Träne.

Alexander Hajtmanek

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