Ich hasse den Herbst

Ich hasse den Herbst

Wunderschön fallen die farbenfrohen Blätter von den Bäumen und bedecken den grauen Asphalt.

Ihr bräunlich-gelblicher Ton wärmt den Blick auf die verkargende Landschaft.

Die Nester, gebaut in Hoffnung und Erwartung, verlassen von den gegründeten Familien, schmücken, für uns nun sichtbar, die Kronen der Bäume, die Ihre Kleider abwarfen.

Nebel legen sich wie sanfte Hände um scharfe Konturen und bereiten uns vor, auf die Jahreszeit des sichtbaren Hauch des Lebens.

Weiche Schauer im Wechsel mit energischen Tropfen weisen uns den Platz zu als Zuschauer der Naturgewalten.

Kalte Winde verkünden das Herannahen der Zeit der Beschaulichkeit, des Rückblicks, der Friedlichkeit.
Die Hüllen dicker werdend, die Schritte langsamer, bewegen sich die Menschen nach Wärme suchend – sich sehnend.

Ein alljährliches Schauspiel- unerbittlich sich wiederholend, quälend unverändert.

In Nichts äußert sich, dass für Dich die Welt stehen geblieben ist.

Die liebgewordenen Rituale werden zum Hohn, die turnusmäßigen Abläufe zeichnen die Ignoranz ab.

So bedecken die Blätter auch den, für Dich, heiligen Boden. Einen stickigen Mantel der Teilnahmslosigkeit.

Kalt und unerbittlich.

Alexander Hajtmanek

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