DER INNERE TOD

Du lebst und bist tot.

Dein Vor-Ich ist gestorben,

der Ast stirbt – der Stamm, die Wurzeln sind tot.

Dir fehlt der Halt,

Du hältst Dich durch die Blüten, die Deine Zweige treiben.

Sie nähren Dich, Du existierst für sie weiter.

Sie wissen nichts von Deinem Leid-

sie sollen nichts von Deinem Leid wissen.

Du wolltest sie nähren. Erhalten. Was immer auch kommt.

Sie sollten an Dir erwachsen. An Dir Halt finden, doch Deiner ist vergangen.

Du klammerst Dich an Deine Blüte, versuchst ein Stamm zu sein, Du versuchst, Wurzeln zu finden in der Erinnerung.

Auf dass die Blüte aufgehe, sich selbst erhalten vermöge.

Dann darfst Du sein, was Du bist.

Am Ende.

17.11.2014

Alexander Hajtmanek

Hinterlasse einen Kommentar